Die Gründung

1908: Der gelernte Kaufmann Max Felchlin beginnt in Schwyz mit Honig zu handeln. Er legt damit den Grundstein seiner Firma. Fünf Jahre später nennt er sein Geschäft „Honigzentrale Schwyz“. Die erste Fabrik entsteht 1920 an der Franzosenstrasse in Seewen.

Das Kapitel Schokolade

1923: Die Zwanziger Jahre werden golden. Max Felchlin reagiert und erweitert sein Sortiment. Neu handelt er auch mit Backpulver, Cacao, Couverture und Cacaobutter. Damit nimmt die enge Beziehung Felchlins zur Schokolade ihren Anfang. Seine Kunden sind vor allem Bäcker und Konditoren.

1924: Max Felchlin produziert den Backkunsthonig „Herbst“. Es ist der erste Artikel, der von der Firma Felchlin selber produziert wird. Für „Herbst“ ist es nicht Herbst geworden, denn der Honig gehört heute noch zum Sortiment.

1926: „Ehret Schweizerarbeit… Kaufen Sie Schweizer Essencen!“ So bewirbt Max Felchlin seine Produkte in der Konditorenzeitung. Er setzt schon damals auf Schweizer Qualitätsarbeit - diese hebt ihn von der ausländisch dominierten Konkurrenz ab.

Neuer Standort und neues Produkt

1928: Max Felchlin bezieht die neue Zentrale von Familie und Firma - die neu erbaute Villa „Liebwylen“ zwischen Schwyz und Seewen. Noch heute dient das herrschaftliche Haus als Firmensitz der Max Felchlin AG.

1937: Firmenchef Max Felchlin ist ein begabter Tüftler. Er entwickelt eine neuartige „Praliné- und Nougatmasse“ und nennt sie „Pralinosa“. Sie ist bis heute ein Verkaufsrenner und bei Bäcker und Konditoren sehr beliebt.

Der doppelte Dank

1941: Zeit der Not, aber auch Zeit des Dankes. Max Felchlin gründet die „Max Felchlin Stiftung fürs Personal“. Das Personal dankt mit einer Schrifttafel in „Liebwylen“: „Der Geist, aus dem wir handeln, ist das Höchste.“ Dieses Goethe-Zitat ist Felchlins Leitspruch.

1943: Der Zweite Weltkrieg erschüttert Europa. Doch hier in Schwyz erfindet Max Felchlin das Crèmepulver „Sowiso“. Er versüsst damit den harten Kriegsalltag. „Sowiso“ wird im einstigen Zuckerlager produziert, dem heutigen Condirama.

Generationenwechsel

1962: Max Felchlin junior übernimmt die Firma von seinem Vater. Im Rucksack hat er den Abschluss der Handelsschule im Kollegium Schwyz und viele Erfahrungen in amerikanischer Unternehmensführung. Er optimiert Verkauf und Marketing und fördert die Weiterbildung.

1964: Max Felchlin junior pachtet von einer Erbengemeinschaft das Café Haug in Schwyz. Er testet dort neue Produkte und die Wirkung auf die Kundschaft. Das Abenteuer endet mit der Kündigung des Pachtvertrages in den späten 1970er Jahren.

1964: Max Felchlin ist ein wirbliger Firmenchef, er übersprudelt vor guten Ideen. Weise Voraussicht beweist er, als er für die Firma 11‘000 Quadratmeter Industrieland in Ibach kauft. Ende Jahr kann er dort das Klimalager einweihen.

1970: Max Felchlin senior stirbt im Alter von 87 Jahren an Altersschwäche. Er gründete seine Firma, brachte sie zur Blüte, lenkte sie durch zwei Weltkriege und übergab sie seinem Sohn. Der Region Schwyz blieb er aber auch aufgrund seiner Wohltätigkeit in Erinnerung.

Neue Märkte

1973: Max Felchlin und seine amerikanische Frau Suzanne reisen gern und knüpfen dabei geschäftliche Kontakte. Auf diese Weise werden Japan und Amerika für Felchlin zu den wichtigsten Märkten im entfernten Ausland.

1974: Die Produktion in Seewen platzt aus allen Nähten. Deshalb baut Max Felchlin in Ibach eine neue Fabrik. Wegen des finanziellen Risikos wandelt er seine Einzelfirma in die Aktiengesellschaft Max Felchlin AG um.

Weiterbildung

1988: Bei Max Felchlin wird Weiterbildung grossgeschrieben. Im sogenannten „Pudding-Haus“ richtet er ein Weiterbildungszentrum für Konditoren ein. Er nennt es „Condirama“. Seither bilden sich dort Bäcker, Konditoren und Confiseure aus der ganzen Welt weiter.

Nachfolge

1990: Max Felchlin regelt seine Nachfolge. Die Aktienmehrheit übergibt er dem neu gegründeten „Verein zur Förderung der Wirtschaft und des Kulturschaffens“. Dieser Verein sichert die Unabhängigkeit der Firma. Verwaltungsratspräsident wird damals Heini Brugger, welcher inzwischen von Marcel Müller abgelöst wurde, Geschäftsführer wird Christian Aschwanden.

1992: Max Felchlin stirbt am 18. Juli. Die Trauer ist gross. In der Firma, die ihren originellen Patron und Motivator verliert und in der Region Schwyz, wo er als grosser Förderer von Kultur und Brauchtum eine Lücke hinterlässt.

Die Beste der Welt

1999: Felchlin setzt auf edelste Cacaosorten und entwickelt daraus die heutige Linie der Grand Cru Produkte. Ihr Einsatz wird belohnt. Die „Maracaibo Clasificado 65%“ erhält 2004 die Goldmedaille für die weltbeste Schokolade.

2000: Die neu gebaute Fabrik in Ibach wird bezogen. Die Strategie der Firma zielt nicht auf Quantität, sondern auf Qualität. Das stellt hohe Anforderungen an Rohstoffe, Menschen und Maschinen.

100 Jahre Felchlin

2008: Felchlin feiert den 100. Geburtstag mit ihren Kunden: den Bäckern, Konditoren und Confiseuren auf der ganzen Welt. Felchlin ist aber ebenso eine verlässliche Partnerin für die Region Schwyz, wo sie seit einem Jahrhundert zuhause ist.

2012: Qualität, Flexibilität und Innovation zeichnen Felchlin aus. Um diese Anforderungen auch in Zukunft zu erfüllen, wurden im Herbst 2012 die Bauarbeiten für die neue Cacao-Rösterei aufgenommen und im Jahre 2014 erfolgreich abgeschlossen. Für den Gebäudeanbau mit neuen Produktionsanlagen wurden rund 15 Mio. Franken investiert.